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 Rasseporträt

 

"Vor dem Gebrauch von Feuerwaffen hielten bei der Sau- und Bärenjagd starke Hunde das gestellte Wild fest. Breitmäulige Hunde mit vorstehendem Unterkiefer konnten sich fest verbeißen und trotzdem Luft holen. Diese Sau- oder Bärenpacker waren gute Schutzhunde und wurden zum Bullenbeißen missbraucht. Im 18. Jh. jagte man nicht mehr mit Kampfhunden, Tierkämpfe wurden verboten. Der Hund überlebte bei Metzgern und Viehhändlern. 1860 tauchte erstmals der Name Boxer auf und in München begann um diese Zeit die Reinzucht. Der Boxer war zeitweise eine der beliebtesten Hunderassen überhaupt, dessen Vermarktung Wesens- und Gesundheitsprobleme mit sich brachte, die von den anerkannten Zuchtvereinen konsequent bekämpft werden. Der freundliche, charmante Familienhund ist bei Bedarf ein unbestechlicher Beschützer, der nie unnötig kläfft. Er ist absolut zuverlässig mit Kindern, immer zum Spiel bereit und nie übelnehmerisch. Mit liebevoller Konsequenz lässt er sich gut erziehen, versucht aber gelegentlich mit freundlicher Sturheit seinen Willen durchzusetzen. Mit Bestimmtheit, ohne unnötige Härte kann man ihn in seine Schranken weisen, doch die ausdrucksvolle Boxermiene besiegt oft die besten Vorsätze! Wer den Boxer zu motivieren weiß, erreicht mit ihm Höchstleistungen im Hundesport. Der temperamentvolle Hund braucht Bewegung und Beschäftigung, das kurze Haar ist pflegeleicht. Er ist hitze- und kälteempfindlich."

FCI-Nr. 144

Quelle: Der neue Kosmoshundeführer, Eva-Maria Krämer, 4. Auflage 2002, aktualisiert 2003, Franckh-Kosmos Verlags-gmbH & Co KG, Stuttgart

 

Charakter

 

"Der Boxer wurde zuerst um 1850 in München aus Kreuzungen verschiedener molosserartiger Hunde wie Bullenbeißer und englischen Bulldoggen gezüchtet. Ursprünglich wurde er beim Kampf mit Stieren und Bären eingesetzt, heutzutage allerdings ist er ein wunderbarer Menschenhund: Sogar sein früher wenig vertrauenserweckender Gesichtsausdruck ist milder geworden. Der moderne Boxer ist ein Gentleman, ein idealer Familienhund, liebevoll, ausgeweckt und gutgelaunt, der alles mitmacht und sich die größte Mühe gibt, seinem Herrn zu gefallen. Er ist ein fabelhafter Kinderhund, der sich geduldig Gummibärchen in die Nase stecken oder sich von Kleinkindern als Lauflernhilfe gebrauchen läßt. Der Boxer wird als "ehrlicher" Hund bezeichnet, weil man seiner Mimink seine Emotionen sehr genau ablesen kann. Der Boxer ist von Natur aus vorsichtig mit Fremden, aber niemals hinterlistig oder kompliziert. Er braucht sehr viel Auslauf, um seine Energie loszuwerden, läßt sich dann aber auch gut in der Stadt halten. Er ist ein Kraftprotz und von ungeheurer Aktivität und großer Neugier, weshalb er unbedingt von Welpenalter an ruhige, konsequente Erziehung zum Gehorsam braucht: Der Boxer übernimmt sonst gerne die Herrschaft über Sofa, Bett und Küchentisch."

Quelle: Charakterhunde, Katharina von der Leyen, 4. überarbeitete Auflage 2004, BLV Verlagsgesellschaft mbH, München

 

Der Charakterbeschreibung des Boxers kann ich voll und ganz zustimmen. Einzig die immer wieder beschriebene Zurückhaltung gegenüber Fremden ist mir bisher bei keinem Boxer begegnet. In der Regel reicht ein einfaches "Hallo" und der Boxer stuft einen nicht mehr als fremd ein, mit allen Konsequenzen vor allem hinsichtlich Liebkosungen.

 

Der Boxer in einem alten Rassebuch (1964)

Die folgende Beschreibung stammt aus einem Hundebuch noch aus den Kindheitstagen meines Vaters. Die genannten Erziehungsmethoden sind zum Glück heute nicht mehr üblich. Auch lässt  manche Wortwahl in emanzipierten Zeiten den einen oder anderen stutzen. Aber ich habe selten eine so treffende Liebeserklärung an den Boxer gefunden.

"Ein verkörpertes Paradoxon. Abstoßende Erscheinung. Angeblich häßlich. Bei näherer Bekanntschaft stellt man fest, daß er ein sehr netter Hund ist. Und gar nicht häßlich. Im Gegenteil. Eine gutgewachsene, sehnige, prachtvolle Figur. Das seidenweiche, glatte Haar wirkt wie eine Haut. Und so sauber. Dabei scheint diese zarte Haut überhaupt keine Schläge zu spüren. Der Boxer nimmt Hiebe einfach nicht zur Kenntnis. Ein anderer Hund wäre bei viel leichteren Schlägen bereits beleidigt. Unsicher. Würde sich trollen. Für den Boxer hingegen ist das nichts wie Kurzweil. Faustschläge machen ihm offenbar noch mehr Spaß. So ist´s recht. Jetzt geht´s erst richtig los. Er läßt sich nicht abweisen. Ist ausdauernd in allem. Beim Spiel. Bei der Dressur. Im Lauf. Im Kampf. Hervorragendes Gedächtnis. Plötzlich merkt man, daß der Kopf eigentlich schön ist. Männlich. Klug, sympathisch und interessant, daß der Boxer ganz und gar kein Brummbär ist. Glotzaugen? I wo, sind eben groß. Voll Feuer und Tiefe. Intelligente Augen. Der Fang, der eine Schildkröte zermalmen kann, schnappt nicht einmal in der Hitze des Gefechts nach Ihrer Hand. Nicht einmal auf eine eindeutige Provokation hin. Unschätzbar als Spielgefährte von Kindern. Was der sich gefallen läßt, wäre sogar dem Pappi zuviel. Ein reinrassiger Watschenmann. Und mit dieser scheinbar so häßlichen Schnauze zu spielen, ist eigentlich sehr nett. Man versteht plötzlich, warum sich schöne Frauen in häßliche Männer verlieben. Nur daß wenige Männer so treu sind. Und sich soviel gefallen lassen. Und noch dafür dankbar sind. Nur, wenn er auch ein Boxer ist. Mit leicht ramponierter Nase und der Seele eines Kindes im Körper eines Athleten."

Quelle: Hunde, Eich Tylínek - Sonja Touboul, 2. Auflage 1964, Artia Praha, Deutsche Übersetzung von Lotte Elsner-Reiter.

 

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